Das war der MedAT 2026: Der Rückblick von medBuddy

Das war der MedAT 2026

Der MedAT 2026 fand am 3. Juli statt. medBuddy war wieder live vor Ort dabei. Wir haben den Test mitgeschrieben, direkt danach unsere Eindrücke gesammelt und sie mit den Rückmeldungen aus der Community abgeglichen. Daraus ist dieser Rückblick entstanden. Er geht Testteil für Testteil durch: was gleich geblieben ist, was neu war und wo es eng wurde. Große Umbrüche gab es keine. Kleine Überraschungen schon, vor allem bei den Figuren im KFF. Wenn du heuer geschrieben hast, kannst du deinen eigenen Eindruck hier einordnen. Wenn du nächstes Jahr antrittst, weißt du danach, worauf du achten solltest.

Wie schwer war der MedAT 2026?

Der MedAT 2026 war fair gestellt. Der BMS blieb gut machbar, Biologie fragte oberflächlich, Chemie forderte etwas mehr. Mathematik war inhaltlich leicht, aber sehr zeitkritisch. Die Texte im Textverständnis waren lang und verschachtelt. Der KFF lief wie gewohnt, nur bei den Figuren gab es neue Formen. Der SEK brachte keine Überraschungen.

Testtag, Organisation und Teilnehmende

Die Organisation war erneut sehr gut. Der Ablauf saß, die Aufsicht war eingespielt, der Zeitplan hielt. Wer schon einmal angetreten ist, kennt das Prozedere und muss keine Energie darauf verschwenden.

Wie viele Personen sich angemeldet haben und wie viele tatsächlich angetreten sind, haben wir separat aufbereitet. Alle Zahlen findest du in unserem Artikel zu den MedAT-Statistiken und Anmeldezahlen.

Eine Sache ist geblieben, und sie betrifft den gesamten Test: Es kamen keine Kombinationsaufgaben vor. Damit setzt sich fort, was wir schon beim MedAT 2025 beobachtet haben. Du musst also nach wie vor genau eine Antwort ankreuzen.

BMS

Der Basiskenntnistest war fair gestaltet. Wer den Stoff sauber durchgearbeitet hat, kam durch alle vier Fächer. Die Unterschiede lagen im Detail und beim Tempo.

Biologie

Biologie wurde sehr oberflächlich gefragt. Die Fragen blieben nah an den Grundlagen: Knochenarten, Zellorganellen und ihre Aufgaben, Hormone und ihre Herkunft, Zellen des Immunsystems, Aufbau der Niere. Auch Klassiker wie Meiose-Phasen oder Basenpaarung tauchten auf. Tiefe Verständnisfragen waren die Ausnahme.

Bemerkenswert ist vor allem, was nicht kam. Die neuen Stichwörter der Stichwortliste wurden nicht abgeprüft. Wer sie gelernt hat, hat trotzdem nichts falsch gemacht. Wer die Basics beherrschte, holte hier stabil Punkte.

Chemie

Chemie war etwas schwieriger als Biologie. Der Stoff blieb im gewohnten Rahmen, die Fragen forderten aber mehr Anwendung. Es ging um Verschiebung chemischer Gleichgewichte, um Oxidationszahlen, um Löslichkeitsprodukte und um konjugierte Säure-Base-Paare. Dazu kamen Bindungstypen, Wasserstoffbrücken und eine Einordnung im Periodensystem. Zwei Aufgaben verlangten, eine Grafik oder eine Strukturformel richtig zu lesen. Rechnen musstest du wenig, denken schon.

Physik

Physik war gut machbar. Abgefragt wurden vertraute Bereiche: Optik mit Brennweite und Linsen, Wellen und Interferenz, Elektrizität mit Widerstand und Messgeräten, dazu Energieformen und SI-Einheiten. Die Rechnungen blieben klein. Wer die Formeln parat hatte, kam zügig durch.

Mathematik

Mathematik war inhaltlich kein Problem. Die Uhr war es. Zwölf Aufgaben, elf Minuten, dazu viele Umrechnungen. Einheiten von Nanogramm auf Mikrogramm, von Quadratmeter auf Quadratzentimeter, Prozentangaben, Dosierungen pro Kilogramm Körpergewicht. Jede einzelne Aufgabe hättest du in Ruhe gelöst. In Ruhe hattest du sie nicht.

Dazu kam eine Tücke bei den Antwortmöglichkeiten. In manchen Aufgaben steckten vereinzelt Fallen. Wer sich beim Zehnerexponenten verrechnet hat, fand trotzdem ein passendes Ergebnis und kreuzte zufrieden an. Das kostet Punkte, ohne dass du es merkst.

Unsere Empfehlung aus dem Testtag: Rechne Einheiten grundsätzlich vor dem eigentlichen Rechenschritt um. Und lass eine Aufgabe lieber offen, statt drei Minuten daran zu hängen.

Textverständnis

Die Texte waren lang und verschachtelt. Damit setzt sich die Entwicklung der letzten Jahre fort. Schachtelsätze, eingeschobene Nebeninformationen, Zahlen mitten im Fließtext. Die Aussagen, die du prüfen musstest, waren oft nur um eine Nuance verschoben.

Die Themen waren breit gestreut:

  • Lachgas als Droge und seine Wirkung
  • Der historisch niedrige Wasserstand in der Ostsee
  • Die Auswirkungen des Gähnens auf das menschliche Gehirn
  • Mikroplastik und die Schwierigkeit, es überhaupt nachzuweisen
  • Ein Karzinom und dessen Behandlung mittels neuartiger Impfung

Vorwissen brauchtest du für keinen der Texte. Genauigkeit schon. Wer quergelesen hat, ist bei den Detailaussagen hängen geblieben.

KFF

Der KFF lief in weiten Teilen so ab wie erwartet. Ein Untertest fiel aus dem Rahmen, und zwar der erste.

Figuren zusammensetzen

Hier gab es die größte Neuerung des Tests. Die Kreisfiguren blieben unverändert. Halbkreise, Dreiviertelkreise, die üblichen Segmente, alles wie gewohnt.

Bei den eckigen Figuren sah es anders aus. Neben dem bekannten rechtwinkeligen Dreieck tauchten zwei neue Formen auf: ein ungleichseitiges Dreieck und ein Pfeil. Beide sind unangenehm, weil das Auge sie schlechter automatisch einsortiert. Das ungleichseitige Dreieck lässt sich schwerer spiegeln als das rechtwinkelige. Der Pfeil erzeugt eine einspringende Ecke, und die passt nur an genau eine Stelle.

Wer diese Formen noch nie geübt hat, verliert Zeit. Wir bauen die neuen Figuren gerade in die medBuddy-Lernplattform ein, dort kannst du sie bald trainieren.

Gedächtnis und Merkfähigkeit

Die Allergieausweise brachten keine Überraschungen. Acht Personen, das gewohnte Format mit Name, Foto, Geburtstag, Medikamenteneinnahme, Blutgruppe, Allergien, Ausweisnummer und Ausstellungsland.

Ein Punkt, der jedes Jahr für Gerüchte sorgt, lässt sich heuer klar beantworten: Alle Fotos waren an allen Standorten in Farbe gedruckt. Niemand hatte hier einen Nachteil.

Die Durchmischung von Personen und Allergien war gut. Die Gesichter waren klar unterscheidbar, die Merkmale überschnitten sich nur so weit, wie es der Untertest verlangt. In der Abfrage wurde bei den Ziffern entweder nach der vollständigen Zahl gefragt oder nach der ersten oder letzten Ziffer. Mit solider Vorbereitung war das gut machbar.

Zahlenfolgen

Keine Überraschungen. Die üblichen Muster: Zweiersprünge, Dreiersprünge, zwei verschränkte Reihen, dazwischen eine Multiplikation mit absteigendem Faktor. In der vorgegebenen Zeit war alles lösbar.

Wortflüssigkeit

In der Community berichteten einzelne von Schwierigkeiten. Aus unserer Sicht waren die Wörter fair. Es handelte sich um gängige Substantive aus Alltag und Fachsprache, ohne exotische Konstruktionen.

Eines davon ist uns besonders aufgefallen: „Diagonale" kam in unserer diesjährigen medBuddy-Testsimulation vor und dann auch im echten MedAT. Weitere Wörter des diesjährigen Tests standen und stehen auf der Lernplattform zum Üben bereit. Der Untertest belohnt Routine mehr als jeder andere im KFF.

Implikationen erkennen

Keine Überraschungen. Die Aufgaben waren wie gewohnt lösbar. Wer die Regeln der Implikation sicher anwendet und sauber formalisiert, kommt hier verlässlich durch.

SEK

Die sozial-emotionalen Kompetenzen liefen ruhig. Alle drei Untertests bewegten sich im bekannten Rahmen.

Emotionen regulieren

Alle Aufgaben waren gut lösbar, es gab keine Überraschungen. Die Szenarien kamen aus Alltag und Klinik: eine Pensionistin mit schweren Einkaufstaschen, eine Abteilungsleiterin auf der Firmenfeier, ein Ausbildungsleiter mit einem übermotivierten Azubi. Wie immer entscheidet die Frage, welche Werte und welcher Zustand der Person in der Angabe stehen.

Emotionen erkennen

Es kamen keine neuen Emotionen dazu. Wer die Standardliste kennt, war vorbereitet. Genaues Lesen der Situationsbeschreibung reichte in den meisten Fällen aus, weil die entscheidenden Hinweise direkt im Text stehen.

Ein bis zwei Aufgaben waren schwerer. Dort standen sehr ähnliche Emotionen zur Auswahl, etwa enttäuscht und entmutigt oder neidisch und eifersüchtig. Hier musstest du die Definitionen wirklich sauber trennen. Ein Gefühl aus dem Bauch heraus führt bei solchen Paaren zuverlässig auf die falsche Fährte.

Soziales Entscheiden

Mit dem Stufenmodell nach Kohlberg war dieser Untertest gut lösbar. Die Argumente in den Antwortmöglichkeiten ließen sich klar den Stufen zuordnen. Typische Formulierungen wie „Wäre es meine Pflicht?" verweisen direkt auf eine bestimmte Ebene. Wer das Kohlberg-Modell verinnerlicht hat, brauchte kaum Bedenkzeit.

Das nehmen wir vom MedAT 2026 mit

Zwei Stellen haben heuer über Punkte entschieden, und beide hatten wenig mit Wissen zu tun. In Mathematik ging es um Tempo und um Sorgfalt bei den Einheiten. Im Textverständnis um Lesegenauigkeit bei langen Sätzen. Beides lässt sich trainieren, aber nur unter realistischen Zeitbedingungen. Genau dort solltest du ansetzen.


Foto: © Medizinische Universität Wien/APA-Fotoservice/Martin Hörmandinger Fotograf/in: Martin Hörmandinger.